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Auf dem Schlossberg: Spurensuche im Schnee

Ralf Pirmann auf Spurensuche im Schnee (Foto: Motzkolonne)

Die sportlichen Wurzeln des FC 08 Homburg liegen über den Dächern der Stadt auf dem Schlossberg. 1909 baute der Verein einen Sportplatz mitten im Wald. Ralf Pirmann, FCH-Chronist und Mitglied des Ellenfeld e.V., hat sich mit knapp 40 Interessierten auf Spurensuche begeben.

„Hier soll ein Sportplatz gewesen sein?“ Verwunderung und fragende Blicke riefen die Worte von Ralf Pirmann (Foto: Motzkolonne) bei einem Großteil der 38 FCH-Mitglieder und -Fans hervor, die an der Weihnachtswanderung des FC 08 Homburg teilnahmen.

Nach einem dreiviertelstündigen Fußmarsch vom Homburger Waldstadion auf den Schlossberg hinauf empfing Pirmann die Wanderer auf einem schneebedeckten Weg mitten im Wald. Fast zehn Zentimeter Neuschnee am Morgen erschwerten die Spurensuche für die Teilnehmer erheblich. Am Ausgangspunkt der Führung erhielten die Interessierten einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Fußball-Club Homburg 1908, die Gründe für den Umzug 1909 von der Rennbahn auf den Schlossberg.

„Hier soll ein Sportplatz gewesen sein?“

Für Ortsunkundige ist das alte Vereinsgrundstück kaum noch zu finden. Aber es gibt noch Anhaltspunkte für den unter schwierigsten Umständen geschaffenen Sportplatz. Zwanzig Meter vom Weg in den Wald hinein und plötzlich stand die Gruppe vor den Klinker-Pfosten des ehemaligen Eingangs zum Sportgelände. Erster Aha-Effekt für die Beteiligten, die von dort auch die ersten Betonstützen der alten Umzäunung erkennen konnten. Allerdings gab es von dort kein Weiterkommen für die Gruppe.

Etwas oberhalb vom Eingang gelangte man über einen Erdwall endlich an das Ziel der Begierde. Wie aus dem Nichts erschien das ehemalige Sportfeld. Etwa ein Drittel der Fläche war unter der Schneedecke noch erkennbar. Anhand der Geländemarken ließ sich der alte Sportplatz erahnen. Die Natur und der Aushub von den Hohenburg-Ausgrabungen lassen das Gelände immer mehr verschwinden. Beim Rundgang über den Platz entstand anhand von 14 großformatigen Bildern der „Sportplatz Schlossberg“ vor dem geistigen Auge der Teilnehmer wieder neu.

1924: Holztribüne mit 216 Plätzen

Über die Rodung und Urbarmachung des Geländes durch die Vereinsmitglieder, die sich nicht unterkriegen ließen, bis zur Erweiterung des zu kleinen Platzes zu einer annehmbaren Größe. Langsam nahm der Sportplatz geistige Konturen an und die 1924 errichtete Holztribüne reckte sich erneut in die Höhe. 216 Sitzplätze sowie zwei Umkleideräume und ein Schankraum bedeuteten eine merkliche Verbesserung für die Mannschaften und die Besucher. Nach einem weiteren Kapitel über die Vereins- und Sportplatzgeschichte und seine Nutzung bis 1943/44 durch den Fußballverein ging es in die Südostecke des Geländes.

Steinerner Zeitzeuge: Das Kriegerdenkmal

Von Bäumen geschützt thront ein steinerner Zeitzeuge über dem Gelände. 1921 ließ der FV Homburg ein Kriegerdenkmal für seine gefallenen Vereinsmitglieder errichten, an dem der Zahn der Zeit nagt. Die Inschriften auf der eingelassenen Gedenktafel sind immer schwerer zu lesen. 17 Namen von Aktiven, Passiven und Gründungsmitgliedern samt Sterbedatum erinnern die Besucher an die Opfer des Ersten Weltkrieges.

Aufmerksam lauschten die Wissbegierigen den Worten des Chronisten über den weiteren Werdegang des Platzes und seiner Verwendung nach dem 2. Weltkrieg durch den SC Union und die DJK Homburg sowie den Verkauf 1968 an die Stadt.

Fortsetzung folgt

Nach dem sehr positiven Echo der Teilnehmer wird die erstmals durchgeführte Veranstaltung mit Sicherheit bei besseren Witterungsbedingungen eine Fortsetzung finden.